Kurzandacht

Christuskirche Augsburg Haunstetten

Ein Advent ohne Schnörkel

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Advent ohne Schnörkel

Diese Adventszeit ist anders als die Adventszeiten der letzten Jahre. Kein Adventstee mit Freunden. Kein Christkindlesmarkt. Kein Besuch bei den Eltern. Kein gemeinsames Weihnachtsliedersingen. Wer einsam ist, spürt das in diesen Tagen doppelt. Und wer es gewohnt ist, sich ausgiebig mit anderen zu treffen, muss sich in diesem Jahr schmerzlich einschränken. Dazu die Trauer um all die Toten, die an Covid 19 gestorben sind. All die Sorgen um die Gesundheit, die eigene und die von Angehörigen. All die wirtschaftlichen Sorgen und die Sorgen um unsere Gesellschaft, die immer wütender und unversöhnlicher darüber streitet, was wir in dieser Krise tun sollen. Diese Adventszeit ist wirklich anders als die Adventszeiten der letzten Jahre.

Adventskranz in der Christuskirche

Und dann zünden wir die erste Kerze an. Wir tun das, was wir immer tun in dieser Zeit, alle Jahre wieder: erst eins, dann zwei ... und wir merken, dass dieser Brauch uns in diesem Jahr besonders gut tut. Die Finsternis um uns herum ist in diesem Jahr spürbarer, sie rückt uns näher als sonst. Und je größer die Finsternis, desto heller scheint uns die erste Kerze. Für viele wird dieser Advent ein Advent ohne Schnörkel sein, konzentriert darauf, was eigentlich immer schon in der Mitte des Advents steht: die Hoffnung. Die Hoffnung auf den Impfstoff. Die Hoffnung auf das Ende der Einsamkeit, die Hoffnung darauf, dass wir uns wieder unbeschwert treffen, Konzerte und Theater, Kino, Gemeinschaft genießen können.

Advent ist dafür da, dass wir die Hoffnung nicht verlernen. Wir zünden Kerzen an, um mit eigenen Augen zu sehen, was wir eigentlich nur glauben und hoffen können: dass am Ende nicht die Finsternis steht, sondern das Licht.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit.

Dr. Nikolaus Hueck, Pfarrer