Kurzandacht

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Rivers of Babylon

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Halleluja

Eines der erfolgreichsten biblischen Lieder brachte die Gruppe Boney M mit Frank Farian 1978 nach einer Vorlage von den Melodians heraus: "Rivers of Babylon". 17 Wochen auf Platz 1 der Charts und 4 Millionen Mal verkauft, zeugen davon dass Text und Melodie die Musikhörer ansprachen.

Dabei ist der Text biblisch und gibt die Situation wieder, in der das verschleppte Volk Israel sich in einem fremden Land wiederfindet. „An den Strömen von Babel setzten wir uns nieder
ja, wir weinten, wenn wir an Zion dachten. Als die Gottlosen uns als Gefangene verschleppten
verlangten sie von uns Lieder. Aber wie sollten wir die Lieder des Herrn singen in einem fremden Land?“

Dieses Lied nach Psalm 137 in Jamaika 1970 geschrieben, steht in der Tradition der Gospel der nordamerikanischen schwarzen Sklaven. Babel ist der Code für die gottlose und gewalttätige Fremde und Zion der Code für das romantisch verklärte Herkunftsland. Wer von Babel und Zion singt, hofft dass Gott ihn genauso aus der Sklaverei befreit, wie er das mit Israel gleich zweimal gemacht hat, aus Ägypten und Babylon.

Das Lied zu Psalm 137 spiegelt die Gefühle der Israeliten in der Fremde wieder: Sehnsucht nach Jerusalem der Heimat, aber auch Hass auf die siegreichen Babylonier. Die hasserfüllten letzten Verse des Psalms werden im Song weggelassen. Denn „Die Worte meines Mundes mögen dir gefallen; was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen, hier an diesem Abend.“

Dirk Dempewolf, Pfarrer