Kurzandacht

Christuskirche Augsburg Haunstetten

Weihnachten

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Weihnachten

Unter unserem Christbaum steht eine kleine Krippe. Sie ist aus Holz, mein Schwiegervater hat sie zusammengezimmert. Auf dem Moos, das drum herum liegt, stehen ein paar Hirten mit ihren Schafen. Innen, wie sich das gehört, Maria und Josef, natürlich mit dem Kind. In der Mitte glimmt ein Feuer – eigentlich eine kleine rote Glühlampe, die man an einem versteckten Schalter ein und ausknipsen kann.

Am Eingang steht ein Esel aus Holz. Er sieht schon arg ramponiert aus. Vor ein paar Jahren haben meine Kinder ihm beim Spielen ein Bein abgebrochen. Sein rechtes Ohr hat er im Jahr drauf verloren – das war unser Kater, der auch gerne einmal mit einem Esel spielen wollte. In diesem Advent bin ich auf den Christkindlesmarkt gegangen, um einen neuen Esel zu kaufen. Aber da hatte ich die Rechnung ohne meine Kinder gemacht: "Der alte Esel bleibt in unserer Krippe" haben sie gesagt. Und wenn er noch so altersschwach auf seinen drei Beinen steht.
Also gehört der Esel auch dieses Weihnachten wieder dazu. Wir haben ihn an eine Wand lehnen müssen, damit er nicht umfällt. Von der Krippe her wird das alte Tier in ein warmes, rotes Licht getaucht.

Das ist Weihnachten: Gott kommt in die Welt. Er lässt sein Licht in unserer Welt leuchten. Er macht nicht einfach alles heil, was kaputt ist. Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Aber sein Licht scheint warm auf die Unvollkommenen, auf die Kranken, auf die Einsamen. Das Licht weist uns den Weg. Wenn wir Gottes Nähe spüren, dann kann das uns Menschen verändern. Das ist Weihnachten – oder: So sollte Weihnachten sein.

Dr. Nikolaus Hueck, Pfarrer