Kurzandacht

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Halleluja

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Halleluja

Beliebt ist bis heute bei Alt und Jung, bei Trauungen, Taufen, Konfirmanden und Beerdigungen: Leonard Cohens „Halleluja“ von 1984. Dabei gibt es außer der schönen Melodie, besonders des Halleluja-Refrains, keinen Grund das Lied zu anderen Gelegenheiten zu spielen als zu Scheidungen.

Mit biblischen Bildern von gescheiterten Beziehungen zwischen Männern und Frauen beschreibt Cohen eine ungleiche Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau und das Leiden des Mannes.

Der Held Samson liebt Delilah. Die nimmt ihm seine Kraft, verrät ihn an seine Feinde und die blenden und misshandeln ihn.
König David verliebt sich in seine verheiratete Nachbarin Batseba, die auf dem Dach ihres Hauses badet. Er lässt ihren Mann töten und verliert damit das Recht Gott einen Tempel zu bauen und ihr erstes gemeinsames Kind.

Viele Verse lang beschreibt Cohen seine zerbrochene Liebe und das Halleluja, das ihm in guten und schweren Tagen auf der Zunge liegt. Die schönen Zeiten nimmt er mit dankbarem Halleluja aus Gottes Hand und die schweren mit einem gebrochenen Halleluja.

Der Adressat seines Liedes, seines Halleluja ist der Herr der Lieder, Gott selbst. In allen Zeiten seines Lebens bleibt der Sänger dran an Gott, auch wenn er nicht alles versteht, was ihm passiert. Damit bewegt sich Leonard Cohen in der Tradition der Psalmdichter des alten Israels, die alles Gute und Böse aus Gottes Hand nehmen, in der Hoffnung, dass es am Ende gut sein wird.

Dirk Dempewolf, Pfarrer