beerdigung

Beerdigung

Mein Angehöriger ist schwer krank und wird wohl bald sterben. Welche Hilfen gibt die Kirche?

Gern kommen wir Pfarrer zuhause, im Heim oder Krankenhaus vorbei, sind einfach eine Zeit bei Ihnen, beten mit Ihnen und dem Kranken, vollziehen eine Krankensegnung mit einem Lebensrückblick oder einer Beichte. Immer wieder werden wir auch um ein Abendmahl im Kreis der Familie gebeten.

Können Kinder dabei sein?

Das hängt vom Zustand des Sterbenden ab und ob der in der Umgebung der Familie stirbt. Natürlich kommt es auch auf die Belastbarkeit der Kinder an. Aber die Erfahrung sagt, dass Kinder gut mit Krankheit und Tod umgehen können, wenn die Erwachsenen ihnen dazu auch Fragen beantworten.

Beerdigung in der Christuskirche, Foto: Gerd Zeiträg

Was passiert nach dem Tod?

Das hängt stark von dem Umfeld ab und wie Sie mit Toten umgehen können und wollen. Gern kommen wir wieder zu Ihnen und machen eine kleine Aussegnung, d.h. Verabschiedung des Toten. Danach kommt das Bestattungsinstitut ihres Vertrauens und meist geht es dann sehr schnell. Der Totenschein wird ausgestellt. Der Tote abgeholt und gewaschen. Der Gesetzgeber gibt ihnen allerdings die Möglichkeit Ihren Toten noch einen Tag bei sich im Haus zu behalten und diese ersten Dienste am Toten selbst zu tun. In der Zeit können auch weitere Angehörige in Ruhe Abschied nehmen.

Dann wird mit der Bestatterin alles Weitere besprochen: Termin der Beisetzung, Art, Ort, Todesanzeige und die Ausstattung der Trauerfeier. Die Bestatterin nimmt dann auch Kontakt auf zu den zuständigen Pfarrern. Sollte der zeitliche Abstand zwischen Tod und Bestattung länger sein, freuen wir uns, wenn Sie selbst Kontakt zu uns über das Pfarramt Telefon 811464 aufnehmen. Bitte sprechen Sie den Termin der Beisetzung erst mit dem Pfarramt ab, bevor Sie ihn in die Zeitung setzen lassen.

Lassen Sie sich in dieser Situation durch die ganze Organisation nicht unter Druck setzen. Wenn Ihnen die Entscheidungen um die Beerdigung herum zu schnell gehen, rufen Sie sich einen Menschen Ihres Vertrauens dazu, der Ihnen im Gespräch mit der Bestatterin Zeit zum Denken verschafft.

Neuer Friedhof Haunstetten
Neuer Friedhof Haunstetten, Foto: Nikolaus Hueck

Wie sollte die Zeitungsanzeige aussehen?

Da hängt vieles an der Größe der Anzeige. Wählen Sie ein passendes Symbol für die Anzeige. Heute werden oft Bilder des Verstorbenen mit auf die Anzeige gesetzt. Der Vermerk „Von Beileidsbezeugungen am Grab bitten wir abzusehen.“ hat zwei Seiten. Die Angehörigen fühlen sich vielleicht von der vielen Aufmerksamkeit überfordert und mögen gern für sich bleiben. Die andere Seite sind die anderen Besucher der Beerdigung. Sie wollen den Verstorbenen und die Trauernden ehren und auch Unterstützung anbieten. Das verbietet ihnen die obige Anmerkung. Wir erleben oft stark verunsicherte Besucher bei Beerdigungen, wenn sie kein Beileid zeigen dürfen. Vielleicht könnte sich ein Vertreter der Familie für den Kondolenzempfang zur Verfügung stellen, das kommt beiden Interessen entgegen.

Was geschieht beim Gespräch mit der Pfarrerin, dem Pfarrer?

Dieses Gespräch kann bei Ihnen zuhause in der für Sie und den Verstorbenen vertrauten Umgebung stattfinden oder im Pfarrhaus außerhalb der Umgebung, in der Telefonanrufe oder Erinnerungen das Gespräch erschweren können. Gemeinsam bereiten wir die Beisetzung vor. Das bedeutet, Sie erzählen aus dem Leben des Verstorben, von seiner Persönlichkeit, damit wir einen Eindruck haben für die Ansprache. Dabei geht es natürlich nicht darum, mögliches Negatives hinterher in der Ansprache zu verwenden. Schön wäre es, ein Bild des Verstorbenen zu sehen und vielleicht den Konfirmations– oder Taufspruch zu kennen.

Außerdem sprechen wir über die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes und über Ihre Fragen zum Gottesdienst. Für dieses Gespräch nehmen wir uns die Zeit, die es braucht.

Welche Formen der Beisetzung gibt es und sind alle kirchlich üblich?

Heutzutage werden alle üblichen Formen der Beisetzung von uns begleitet und durchgeführt. Häufig sind Trauerfeiern vor der Einäscherung. Wir sind dann gern bei der Beisetzung der Urne dabei und begleiten Sie. Ansonsten gibt es Gottesdienste mit Beisetzung eines Sarges oder einer Urne.

Bei der Beisetzung können sich die Interessen der Verstorbenen auf die der Trauernden widersprechen. Mancher wünscht sich eine anonyme Bestattung, um die Grabpflege zu sparen. Angehörige wünschen sich aber sehr häufig einen Ort, an dem sie mit den Verstorbenen sprechen können, an sie denken können. Deswegen liegen gerade um die Totengedenktage so viele Blumengestecke auf den anonymen Gräberfeldern. Aus diesem Grund bieten städtische und kirchliche Friedhöfe auch schön gestaltete Urnenwände an. Dort ist wenigstens der Name der Verstorbenen zu finden und so ein Ort für die Trauer der Angehörigen. Die Grabpflege entfällt hier.

Was passiert bei einer Beisetzung?

Immer wieder bitten Angehörige um einen Gottesdienst in der Kirche vor der Beisetzung. Das machen wir gern. Es verkürzt natürlich den Abschied auf dem Friedhof. In der Regel findet ein Gottesdienst von 20 bis 30 Minuten in der Friedhofskapelle statt. Wenn möglich singen wir dabei gern Lieder aus der christlichen Tradition miteinander. Die ausgewählte Musik sollte immer zu einem Gottesdienst passen.

Im Gottesdienst wird an das Leben der Verstorbenen gedacht und er oder sie in die Gemeinschaft mit Gott verabschiedet. Für die Ansprache nutzen wir gern den Tauf– oder Konfirmationsvers für den Verstorbenen.

Danach geht die Trauergemeinde miteinander zum Grab. Die Urne oder der Sarg werden in das Grab abgesenkt. Dies symbolisiert die Endgültigkeit des Todes und erleichtert den Abschied, auch wenn das Absenken des Sarges vielleicht für manche Menschen ein schwerer Moment ist.

Nach dem Segen treten die Angehörigen und Besucher der Reihe nach zum Grab nach verwandtschaftlicher Nähe zum Verstorbenen, sie werfen Blumen oder Erde oder einen Gruß mit hinein.

Und die Kinder?

Wieder sollten sie nicht von der Beerdigung fern gehalten werden. Sie haben hier eine gute Möglichkeit, Abschied zu nehmen, und wissen dann auch, wo die Oma nun ist: der Körper auf dem Friedhof, die Seele bei Gott. Oft werfen sie Bilder mit ins Grab oder andere Geschenke extra für die Verstorbenen. Der Ernst der Kinder dabei und ihr Vertrauen, dass es nun gut ist für den Opa, beeindrucken mich immer wieder.

Und nach der Beerdigung?

Findet meist ein geselliges Beisammensein statt. Man geht wieder einen Schritt zurück ins Leben miteinander, tauscht Geschichten aus und Unterstützungsangebote für die Trauernden. Für die ist es sehr wichtig zu wissen: Ich bin jetzt nicht allein.

Natürlich stehen wir Pfarrer gern für Gespräche und Hilfe zur Verfügung. Am Sonntag nach der Beisetzung beten wir im Gottesdienst noch einmal für die Verstorbenen und ihre Angehörigen und geben die Namen der Gemeinde bekannt.

Am Ewigkeitssonntag im November gedenken wir aller Verstorben des vergangenen Jahres in unserer Gemeinde.

Können Ausgetretene kirchlich beerdigt werden?

In der Regel nehmen wir den mit dem Austritt erklärten Willen der Verstorbenen sehr ernst. Im Einzelfall haben wir aber schon Ausgetretene beigesetzt.

Lassen Sie sich nicht drängen, wenn es soweit ist. Hören Sie auf Ihre Bedürfnisse und holen Sie sich Unterstützung und Begleitung für die Zeit des Abschieds.